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Zuverlässige Renditen

Keine Performance-Verluste durch ESG-Kriterien

ESG-Kriterien bringen keine Performance-Verluste. Anleger profitieren auch durch stabilere Kurse und geringere Volatilität.

Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube, dass es Performance kostet, wenn man verantwortlich investiert. Mittlerweile gibt es zu diesen Auswahlkriterien Tausende von Untersuchungen. Die wenigsten lassen einen Einbruch der Rendite erkennen. Die Übersichtsstudie „ESG und finanzielle Performance“  hat in 2200 Arbeiten, die bis 1970 zurückreichen, nur bei zehn Prozent geringe Performance-Einbußen gefunden. Alle anderen zeigten gleiche oder deutlich positivere Ergebnisse, berichten die Autoren Gunnar Friede, Timo Busch und Alexander Bassen.

Morgan Stanley bestätigt diese Erfolgsbilanz in „Nachhaltige Realität“ für die Jahre 2004 bis 2018. Man habe 10 723 Fonds und ETFs überprüft und keine Leistungseinbußen gefunden. Darüber hinaus seien zwischenzeitliche Wertverluste und Volatilität geringer und damit deutlich besser ausgefallen als bei herkömmlichen Produkten.

Mehr Performance und weniger Volatilität

Mehr Stabilität bei gleich guter Performance berichtet auch die Rating-Agentur Scope. Sie hat die Gruppen „Nachhaltigkeit/Ethik Europa und Welt“ mit ihren normalen Pendants verglichen. Demnach gab es von August 2013 bis August 2018 keine Abweichungen nach unten, sondern leichte Performan­ce-Vorteile und geringere Volatilität. Mit jährlich 10,7 Prozent toppten die global investierenden ESG-Produkte ihre normale Konkurrenz, die auf Fünfjahressicht zehn Prozent einbrachte.

Vom US-Markt liefert Morningstar Entsprechendes. 14 der 24 größten Fonds von Mitgliedern des Nachhaltigkeitsverbands US SIF haben mit vier und fünf Sternen Bestnoten und nur selten Mehrkosten. Alle aktuellen Studien – etwa die der Universität Hamburg, von MSCI, Nuveen/TIAA und UBS – prüfen stets die Performance nach Kosten.

Top-ESG-Unternehmen haben 40 Prozent mehr Performance

Das Leistungsprofil ist überzeugend, aber nicht allein durch Sorgfalt bei der Titelauswahl zu erklären. Unternehmen mit besserem ESG-Profil bieten per se viele Vorteile, wobei auch hier die Spreu vom Weizen zu trennen ist. Laut Nordea zeigten von 2012 bis 2015 die Top-Performer um 40 Prozent bessere Ergebnisse als die ESG-Schlusslichter.

Rendite-Picking ist aber nur ein ­Aspekt. Nordea zufolge korrelieren ESG-Kriterien nicht oder nur wenig mit quantitativen Auswahlkriterien wie ­Value, Growth, Momentum, nicht ­einmal mit Quality. Unternehmen mit ­Spitzen-ESG-Rating zeigen mehr Eigen­kapitalrendite, arbeiten insgesamt rentabler und haben fast immer netto weniger Schulden als andere Titel.

Die Risiko-Minderung durch Titel mit starker ESG-Positionierung führt über geringere Kapitalkosten und höhere Bewertungen zu weniger Kursrückgängen. Wie Nordea pragmatisch anmerkt, seien ESG-Faktoren „ein ausgezeichneter Indikator für die zukünftige Ertragsstabilität und erleichtern eine Prognose der zu erwartenden Aktienkurse“.

Umweltklagen und entsprechenden Kursverlusten vorbeugen

Eine Auswahl nach ESG-Kriterien minimiert außerdem Haftungsrisiken, die beispielsweise durch Klagen gegen Umweltverschmutzung und entsprechende Kursverluste und Reputationsschäden entstehen. Zusätzlich werden Übergangsrisiken klein gehalten.

Sie entstehen, wenn auf dem Weg zu einer kohlenstoffärmeren Wirtschaft Rohstoffe oder Geschäftsmodelle an Wert einbüßen. Nicht nur Kohle und Erdöl sind in Gefahr, „stranded assets“ zu werden. Das Nordea-Fazit: Weder Unternehmen noch Investoren können es sich heute noch leisten, ESG-Maßstäbe unberücksichtigt zu lassen.

Gute Vorsätze, unklare Vorgaben

Neue Maßstäbe verändern das Investment. In den kommenden Jahren werden die ESG-Faktoren immer bedeutsamer: Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und eine korrekte Unternehmensführung (Governance) bestimmen künftig die Finanzmärkte.

Aufgetürmt

Im Grünen wohnen lässt sich auch im Hochhaus. Eine nachhaltige Umbesinnung steht auch in der Kapital­anlage an. Nordea mischt hier seit jeher vorne mit.

2019-11-19T15:20:42+01:00