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    © Steffen Löffler/Deutsche Lichtmiete

Konstante Nachfrage

Hier gibt es Zinsen

Kupfer in jeder Form wird so dringend gebraucht wie einträgliche Zinsen. Um Zins-Perlen zu finden ist aber mehr gefordert, als nur das Kreditrisiko zu messen.

Mieten statt kaufen. Mit kostengünstigem LED-Licht leuchtet die Deutsche Lichtmiete immer mehr Lagerhallen und Fabrikgebäude aus. Der Grund: Obwohl sich so die Beleuchtungskosten um bis zu 35 Prozent verringern lassen, fehlt vielen Firmen in Deutschland das Geld für Anschaffung und Wartung. Über 300 lassen ihre Räume von Lampen in Fremdbesitz erhellen. Wenn die Quote der LED-Ausleuchtung in der Industrie sich, wie die Unternehmensberatung McKinsey erwartet, in einem Jahr fast verdoppelt, steigt automatisch die Nachfrage. Einen Teil der nötigen Investitionen finanziert das Unternehmen durch Anleihen, die auch im Portfolio des Deutschen Mittelstandsanleihen-Fonds zu finden sind.

Im Mittelstand finden sich noch lukrative Zinsoasen

Plausible Geschäftsmodelle und nachvollziehbare Zinsen findet Fondsmanager Hans-Jürgen Friedrich nicht nur dort. „Hochverzinsliche Unternehmensanleihen des Mittelstands sind die letzten Zinsoasen gegen die verordnete EZB-Zinsarmut“, sagt er in einem Atemzug mit der Warnung, dass „eine gewissenhafte Auswahl und laufende Überwachung für den langfristigen Erfolg unverzichtbar ist“. Er liegt mit seinem Ansatz voll im Trend. Institutionelle Anleger und Vermögensmanager haben in den zurückliegenden Jahren Teile ihrer Wertpapieranlagen umgeschichtet. Sie zogen sich aus niedrig verzinsten Staatsanleihen und Unternehmensanleihen im Investment Grade zurück und nutzen hochverzinsliche Unternehmensanleihen.

„Allerdings wählen sie nur die Anleihen aus, deren Emittenten ein erfolgreiches Geschäftsmodell betreiben und bei denen zu erwarten ist, dass sich die Bonität der Unternehmen verbessert“, sagt er. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Investoren sind auf der Suche nach stabilen, nachhaltigen Erträgen oberhalb der Inflationsrate. Um erfolgreiche Investments zu tätigen, darf man zeitraubende sorgfältige Vorarbeit nicht scheuen.

Genaue Kreditanalyse ist wichtiger als der Kupon

Friedrich hat sich in seiner Bankkarriere intensiv mit Kreditanalyse beschäftigt. „Der Schwerpunkt der Analyse liegt auf der Beurteilung von Bilanzkennziffern“, sagt er. „Die Ertragskraft des Unternehmens muss im Einklang mit seinem Geschäftsmodell stehen.“ Um das zu ermitteln, wird mit geeigneten Messinstrumenten das Kreditrisiko erfasst und die Ausfallwahrscheinlichkeit beziffert. Damit nicht genug, müsse man sich Gewissheit darüber verschaffen, ob das Geschäftsmodell dauerhaft performt. Zu fragen ist: Werden die angebotenen Produkte und Dienstleistungen auch künftig nachgefragt? Kann sich die Firma im Wettbewerb behaupten? Wie ist das Management aufgestellt und über welches Knowhow und Erfahrung verfügt es? Über die Qualitative Analyse wird die Ertragserwartung geerdet. Mittel­ständische Unternehmen haben sich oft Wettbewerbsvorteile verschafft oder schließen mit ihren Produkten und Dienstleistungen eine Marktlücke.

Die Zins-Risiko-Optimierung funktioniert besonders gut bei Cross­-Over-­Kandidaten. Aus dem Kreditgeschäft ist bekannt, dass der Zins die Risikoprämie für einen bereitgestellten Kredit dar­stellt. Einflussgrößen sind hier etwa die Ausfallwahrscheinlich­keit, die Laufzeit des Kredites und die bereitgestellten Sicherheiten. Das ist grundsätzlich auch bei Anleihen der Fall. Es müssen aber zwingend zusätzliche Faktoren berücksichtigt werden. Im Anleihenmarkt gibt es weitere Gründe, die zu einem höheren Kupon führen. Unternehmen, die erstmals den Anleihenmarkt betreten, sind in der Regel bei den Anleihen­Investoren unbekannt und müssen diese Markteintrittsbarriere mit einem höheren Zins überwinden.

Kleine Emissionen müssen einen Zinsaufschlag zahlen

Auch das handelbare Volumen spielt eine Rolle. Bei Anleihen, deren Emissionsvolumen unter 100 Millionen Euro liegt, erwarten Investoren eine Prämie für die eingeschränkte Liquidität.

Auch das beschert den Anlegern einen Zinsaufschlag. Wichtig ist außerdem die Ausgestaltung des Finanzinstruments. Handelt es sich um eine besicherte Anleihe oder eine, die in der Bilanz des Emittenten dem wirtschaftlichen Eigenkapital zugerechnet werden darf? Je nachdem, um welche Anleihenstruktur es sich handelt, kann der Zins niedriger oder höher sein.

Emittenten, die während der Laufzeit ihre Bonität verbessern und das Kreditrisiko reduzieren, werden als Cross­over­Kandidaten bezeichnet. Der Investor profitiert während der Laufzeit von einem höheren Zins, während das Kreditrisiko abnimmt.

Ein Indikator für solche Produkte sind Call-Optionen im Bedingungswerk. Emittenten können dann die Anleihe vorzeitig zurückzahlen und sich — zu besseren Konditionen — refinanzieren. Das kann per Anleihe oder andere Finanzierungsinstrumente wie Schuldscheine erfolgen.

Mittelständlern bleibt keine andere Wahl

Starker Zulauf ist zu erwarten. Die zunehmende Bankenregulierung, um nicht zu sagen -strangulierung, zwingt Mittelständler in den Kapitalmarkt. Sie wirft schon jetzt ihren Schatten voraus. In den vergangenen 18 Monaten haben zahlreiche neue Emittenten mit erfolgreichen Geschäftsmodellen den Anleihenmarkt betreten. R-Logitech hat sich per 8,5-Prozent-Anleihe die Übernahme des Hafendienstleisters Euroports gesichert und sich damit zu einer der Top-Adressen der internationalen Logistik-Dienstleister weiterentwickelt. Die Event-Agentur DEAG Entertainment ist bereits notiert und konnte 2018 mit einer 6,0-Prozent-Anleihe den Geschäftserfolg weiter ausbauen.

Chart Deutscher Mittelstandsanleihen Fonds

Auch eingeführte Unternehmen nutzen weiter den Anleihenmarkt. Die PCC aus Duisburg, die 1998 mit ihrer ersten Anleihe debütierte, hat sich zu einem internationalen Chemieunternehmen mit mehr als 3500 Mitarbeitern entwickelt und ihre Bonität kontinuierlich verbessert. Im Immobiliensektor finden wir Unternehmen wie Eyemaxx oder REA. Während sich die REA auf das bezahlbare Wohnen und eine Marktlücke von 180.000 Wohnungen spezialisiert hat, kann die Eyemaxx auf über 20 Jahre Track-Record zurückblicken. Ihre Erfolge basieren auf der Umsetzung von anspruchsvollen Immobilienprojekten.

Für Anleger, die an den attraktiven Renditen von Unternehmensanleihen und Aktien des Mittelstands partizipieren wollen und den zeitintensiven Aufwand der Prüfung und Überwachung von Einzelinvestments nicht eingehen wollen, eignen sich Mittelstands-Fonds. Mit geeigneten Analyse- und Überwachungsverfahren werden Anleihen oder Aktien von Experten ausgewählt, die über ein attraktives Chancen-Soliditäts-Profil verfügen und anschließend gewissenhaft überwacht. Der Anleger profitiert darüber hinaus von einer breiten Streuung in verschiedene Titel. Professionelle Investoren und Stiftungen nutzen verstärkt solche Investmentfonds als Beimischung.

Interview EKOSEM-AGRAR

Russland hat in vielen Bereichen der Landwirtschaft schon die angestrebte Selbstversorgungsquote von mindestens 85 Prozent erreicht. In der Milchwirtschaft bei Weitem noch nicht.

2019-11-04T11:55:54+01:00