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Aufgetürmt

Nordea: Nachhaltiges Umdenken

Im Grünen wohnen lässt sich auch im Hochhaus. Eine nachhaltige Umbesinnung steht auch in der Kapital­anlage an. Nordea mischt hier seit jeher vorne mit, z.B. durch nachhaltiges Bauen.

Mit 730 Bäumen und 20 000 anderen Pflanzen ist nachhaltiges Bauen seit 2014 in Bologna zu bestaunen. Deutlich weiter zurück als die Bosco Verticale genannten Hochhäuser reicht die nachhaltige Anlagestrategie des nordeuropäischen Investmenthauses Nordea. Bereits 1988 brachte es die erste Strategie heraus, die konsequent Geschäftsfelder wie Waffen aus ihrem ­Anlageuniversum aussperrte.

Das war aber nur der Anfang. Zug um Zug richteten die Skandinavier, neben dem nachhaltigen Bauen, auch ihre Anlagestrategien auf nachhaltige Geschäftsbereiche aus. Ob es um die UN-Richtlinien für Verantwortliche Geldanlage (UNPRI) 2007 ging oder um Initiativen wie das Carbon Disclosure Project oder unlängst das UN-Umweltprogramm (UNEP FI), stets gehören die Nordländer zu den Unterstützern der ersten Stunde. Notwendiger Hintergrund dafür ist der Rückhalt in der Unternehmensgruppe.

Das große Vorbild aus dem Norden

Dan Sauer, Head of Institutional and Wholesale Distribution Germany

Dan Sauer, Head of Institutional and Wholesale Distribution Germany © Nordea

Die Nordea Group ist nicht nur der größte Finanzdienstleister des Nordens, der mit Finnland, Schweden, Dänemark und Norwegen den zehntgrößten Wirtschaftsraum darstellt. Sie hat sich auch ganz dem verantwortungsbewussten Investieren (RI) verschrieben.

In den Jahren 2018 und 2019 gehörte die Nordea Bank zu den 100 nachhaltigsten Unternehmen der Welt. Und sie ist ein Schwergewicht. Knapp zehn Millionen Kunden, 29 000 Mitarbeiter, neun Milliarden Euro operativer Gewinn und 551 Milliarden Euro Assets under Management treiben ihren Einsatz für nachhaltige Ziele.

Erfahrung und Größe bringen Nachdruck in die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. Bereits seit 2009 konzentriert sich bei Nordea Asset Management (NAM), dem Vermögensverwaltungs-Arm der Gruppe, ein hochspezialisiertes Team darauf. Das Nordea Responsible-Investment (RI) -Team besteht mittlerweile aus elf Experten, die international vernetzt sind. „Nachhaltigkeit und verantwortliches Investieren sind maßgeblicher Teil unserer Gruppen-DNA“, sagt Dan Sauer, Nordea Head of Institutional and Wholesale Distribution Germany.

Eine konsequente Positionierung

Entsprechend selbstbewusst treten die Nordea-Fachleute auf. „Wir handeln mit viel Rückenwind und aus Überzeugung“, sagt Sauer. Andere betreten die Szene, um sich erst einmal umzusehen. „Bei Nordea besteht zwischen Handeln, Werten und Identität bereits seit vielen Jahren ein kohärenter Zusammenhang. Verantwortliches Investment, nachhaltige Bankprodukte und Green Bonds sind zielgerichtete Ausprägungen eines umfassenden Selbstverständnisses.“

Eine breite Palette nachhaltiger ­Anlagelösungen spiegelt dieses Selbstverständnis auch bei NAM wider. Viele davon setzten wie die STARS-Strategien neue Maßstäbe. Ziel dieser Produkte ist es, nicht nur einen Referenzindex zu schlagen, sondern auch die Welt von morgen positiv und dauerhaft zu gestalten. Daher konzentrieren sie sich bei der Portfolio-Auswahl auf Unternehmen, die über nachhaltige Geschäftsmodelle verfügen und ihren Aktivitäten verantwortungsvoll nachgehen.

Kein Portfolio ohne ESG-Analyse

100-Prozent-ESG-Integration ist dabei der entscheidende Faktor: Während die Portfoliomanager strenge Bottom-up-Fundamentalanalysen durchführen, werden sie auf Schritt und Tritt von Analysten des RI-Teams begleitet. Mithilfe des hausintern entwickelten Analyse- und Ratingverfahrens liefern diese im Hinblick auf aktuelle und potenzielle Anlagen ­essenzielle Erkenntnisse zu möglichen ESG-Risiken und -Chancen.

Nachdem ein Unternehmen schließlich in eines der STARS-Portfolios aufgenommen worden ist, stellt das RI-Team durch sein Engagement sicher, dass es die hohen Nordea-ESG-Standards jederzeit erfüllt und mögliche Risiken in diesem Zusammenhang beachtet.

Das Engagement kann unterschiedliche Formen annehmen. So geht Nordea zum Beispiel proaktiv auf wesentliche ESG-Probleme ein, die sich auf die Unternehmens-Performance auswirken könnten. Darüber hinaus konzentriert man sich auf jene Themenbereiche, die für ein Unternehmen ein erhebliches materielles Risiko darstellen könnten. Menschenrechte, Klimawandel oder Wasserverschmutzung sind Beispiele dafür.

Mut zu engagierten Zwischenrufen

Beherztes Engagement ist permanent Leitlinie für das STARS-Konzept. NAM führt einen konstruktiven und offenen Dialog mit den Unternehmen und wirkt positiv auf sie ein, wenn es bei ESG-Themen Defizite oder Verbesserungspotenzial gibt. Im vergangenen Jahr wurden hierzu über 150 Engagement-Treffen mit Unternehmen abgehalten. Der Aufwand lohnte sich: Nordea konnte damit bei Unternehmen deutlich positive Veränderungen in so unterschiedlichen Bereichen wie Kinderarbeit, Kobaltabbau und Aktionärsschutz erreichen. Dabei ist das Ziel klar: Nordea will nachhaltige Renditen generieren, Verantwortung übernehmen und im Namen seiner Kunden etwas bewegen.

Nachhaltig unterwegs

Nordea gehört zu den unbestrittenen Avantgardisten des Verantwortlichen Investierens. Privatanleger können davon mit den acht Strategien der STARS-Palette profitieren. Zu fünf zur Welt, Nordamerika, Emerging Markets, Europa und Nordeuropa passenden Aktien-Strategien kommen drei Anleihe-Lösungen. Darüber hinaus deckt Nordea die Bereiche Klima und Umwelt, börsennotierte Infrastruktur und Gender Diversity mit themenorientierten Produkten ab.

Nachhaltiges Bauen Nordea Group

Gute Vorsätze, unklare Vorgaben

Neue Maßstäbe verändern das Investment. In den kommenden Jahren werden die ESG-Faktoren immer bedeutsamer: Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und eine korrekte Unternehmensführung (Governance) bestimmen künftig die Finanzmärkte.

Exportfaktor ESG

Den Schlüssel zum weltweiten Klimaschutz findet man nicht vor der eigenen Haustür. Engagierte Fondsanbieter suchen nachhaltige Investments auch in Emerging Markets. Speziell im wenig transparenten Anleihenmarkt ist ESG-Erfahrung unverzichtbar.

Auf die wesentlichen Inhalte konzentriert

Dem Namen nach sind alle Nachhaltigkeitsberichte gleich. Wie beim Wasser unterscheiden sich die Inhalte aber gewaltig. Ratingagenturen komprimieren mit viel Fachkenntnis die ­relevanten Schlüsselkriterien zu einer Analyse. Das nimmt Investoren viel Arbeit ab.

2019-11-19T15:01:17+01:00