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Sauber analysiert

Research für mittelständischen Unternehmen

Transparenz ist der Anfang eines jeden erfolgreichen Investments – Warum Research für mittelständische Unternehmen und Investoren von besonderer Bedeutung ist

In den Fokus von Investoren zu kommen und dort zu bleiben, ist für börsennotierte mittelständische Unternehmen nicht einfach. Denn meist konzentriert sich die Aufmerksamkeit nur auf die großen DAX-Unternehmen. Mittelständische Emittenten können nur mit großem Einsatz das Interesse auf sich ziehen. Wichtige Instrumente sind Präsentationen auf Investoren- und Telefonkonferenzen, Roadshows und nicht zuletzt die Arbeit mit Analysten. Denn Analysten und das durch sie erstellte Research sind das Bindeglied zwischen Unternehmen und Investoren.

Research aufgeschlüsselt

Im ersten Schritt arbeiten sich Analysten in die öffentlich verfügbaren Unterlagen ein. Geschäftsberichte, Präsentationen, Marktstudien helfen, das Geschäftsmodell zu verstehen, die wichtigen Einflussfaktoren, die sogenannten „Trigger“ auf die Geschäftsentwicklung herauszufiltern und die Marktpositionierung eines Unternehmens zu analysieren.

Im zweiten Schritt erfolgen dann vertiefende Gespräche mit dem Management des mittelständischen Unternehmens, in der Regel mit dem CEO bezüglich der Strategie und dem CFO hinsichtlich des Zahlenwerkes. Im Rahmen der Gespräche ist es für Analysten wichtig, die Vision des Managements zu verstehen und zu analysieren, wie das Unternehmen „tickt“.

Daten und Pläne machen die Zukunft erahnbar

Auf Basis der öffentlich verfügbaren Unterlagen und der erfolgten Gespräche mit dem Management erarbeiten die Analysten dann im dritten Schritt die Prognosen für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens. Wichtig sind hier neben den Umsatzschätzungen insbesondere die Margensituation und schließlich die Cashflow-Prognose. In der Regel diskutieren Analysten die eigenen Schätzungen auch nochmals mit dem Management, um insbesondere bezüglich der Kostenprognosen oder Kostenquoten eine Einschätzung des Managements zu erhalten.

Im vierten Schritt geht es an die Bewertung. Grundsätzlich gilt: Je besser die Prognosen des Analysten sind, umso besser ist das Bewertungsergebnis und umso höher ist die Treffsicherheit, dass die Bewertung schließlich am Markt auch erreicht wird. In der Regel wird die Bewertung über sogenannte Discounted-Cashflow-Verfahren (DCF-Verfahren) vorgenommen, welche sich bei den Qualitätsanbietern von Research heutzutage kaum mehr unterscheiden. Der goldene Treibstoff bei der Bewertung sind deshalb die vorherige Analyse und die Prognosen.

Gute Ergebnisse muss man hinausposaunen

Den krönenden Abschluss macht Schritt 5: die Distribution und Veröffentlichung über möglichst weite Kanäle. Denn mit der Bewertung allein ist es schließlich aber noch nicht getan. „Research muss gelesen werden“, sonst bringt es für den Emittenten und für den Investor keinen Mehrwert. Research für die Schublade ist quasi wertlos.

Wichtigster Multiplikator in der multimedialen Welt ist die Distribution und Verbreitung von Research. Deren Bedeutung nimmt weiter zu. Grundlegender Hebel ist, dass institutionelle und professionelle Investoren das Research über die renommierten Datenbanken wie Bloomberg, ThomsonReuters, CapitalIQ und Factset abrufen können. Allerdings sollten die Ergebnisse auch privaten Anlegern zur Verfügung stehen, damit im Markt eine bessere Informations-Transparenz erreicht werden kann. Zur Veröffentlichung stehen hierfür die gängigen öffentlichen Anlegerplattformen wie DGAP, finanzen.net, Wallstreet-Online, Onvista, Ariva etc zur Verfügung.

Regulierung erschwert Expertenanalysen

Die europäische Mifid2-Regulierung erschwert das Thema Research: Künftig muss es immer durch den Investor bezahlt werden. Allerdings hat sich in den letzten zehn Jahren ohnehin die Praxis herausgebildet, dass mittelständische Emittenten Analysten mit der Erstellung und Veröffentlichung von Finanzanalysen beauftragen und die Nutzungs- und Veröffentlichungsrechte abonnieren, um eine ausreichende Coverage zu erreichen. Per Öffnungsklausel bleibt Research kostenlos, wenn es erstens vom Emittenten beauftragt und zweitens vom erstellenden Analysehaus breit gestreut veröffentlicht wird. Bankresearch für einzelne ausgewählte Anleger wird dagegen kostenpflichtig.

WAS IST RESEARCH UND WIE ENTSTEHT ES?

  • Schritt 1 Einarbeitung über verfügbare Unterlagen und Marktdaten
  • Schritt 2 Gespräche mit dem Management
  • Schritt 3 Erarbeitung der Prognosen und der Bewertung
  • Schritt 4 Erstellung der Bewertung
  • Schritt 5 Distribution und Veröffentlichung über möglichst weite Kanäle

Branchenkenner sind geübte Dolmetscher

Gute Research-Qualität versichert Investoren – es lohnt sich. Fragen nach der Nutzenverteilung gehen ins Leere. Denn auch wenn es Emittenten um Aufmerksamkeit geht, gibt es Synergien und am Schluss die notwendige Transparenz. Unterm Strich erleichtert Research Anlegern die Investitionsentscheidung.

Dazu müssen Analysten „die Sprache des Unternehmens in die Sprache der Investoren übersetzen“. Anleger brauchen einen Impuls, dass sich ein Investment lohnen kann und dass damit Geld zu verdienen ist. Somit muss herausgearbeitet werden, was der Vorstand plant und wie sich dies in den Prognosen niederschlägt. Am Schluss müssen sich bestehende Patente und Technologie und eine gute Marktpositionierung über die Umsätze und Gewinne in den Zahlen erfolgreich niederschlagen.

Das Geschäftsmodell entschlüsseln und Chancen und Risiken transparent machen, ist keine leichte Arbeit. Emittenten müssen dazu proaktiv und intensiv mitarbeiten. Denn das Research als Grundlage einer Anlageentscheidung soll möglichst vielen Investoren zur Verfügung stehen. Somit müssen Vorstände nicht jedem Investor gesondert ihre Equity-Story näherbringen.

Selbst erarbeitete Kriterien sind unverzichtbar

Am Schluss werden Investoren immer auch eigenes Research betreiben und eine eigene Bewertung erstellen, allerdings kann ein öffentlich verfügbares Analystenresearch schon einen großen Teil der vorbereitenden Arbeiten abnehmen, und die Analystenprognosen können als Benchmark für das eigene Investorenresearch herangezogen werden.

Das legt auch offensichtlich den Schluss nahe, dass Investoren tendenziell eher Unternehmen in Betracht ziehen und in den weiteren Fokus nehmen, für die schon Research vorliegt und somit eine gute Grundlage für die eigenen Überlegungen. Investoren stehen eigentlich stetig unter Zeitdruck und es gilt wie überall „Zeit ist Geld“. Deshalb ist verfügbares Research für Emittenten und Investoren eine klassische Win-win-Situation. Beide Parteien sparen Zeit durch die erhöhte Transparenz. Und all das gilt sowohl für Aktien-Emittenten (über das Aktienresearch) als auch für Anleihe-Emittenten (über ein Credit Research).

GBC-MAX, der Index für Qualitätsanleihen

Als Erfolgsbeispiel der GBC AG kann für den Anleihenbereich der GBC Mittelstandsanleihen Index (GBC MAX) genannt werden (siehe Chart). In den Index kommen nur Anleihen von Emittenten, welche die Qualitätsanforderungen des GBC Analystenteams erfüllen und entsprechend analysiert wurden. Seit Auflage im Jahr 2013 weist der Index 18,4 Prozent Plus aus, also durchschnittlich 2,84 Prozent pro Jahr. Und dies trotz einer zwischenzeitlichen Krise im Segment der Mittelstandsanleihen. Es zeigt sich also auch hier: „Research lohnt sich“.

Grafik: GBC Mittelstandsanleihen Index (EUR)

Auch Fondsanbieter gewinnen mehr Transparenz, wenn sie ein Researchhaus einschalten und die Analysen öffentlich machen, um Vermögensverwalter und Privatanleger auf sich aufmerksam zu machen. Einige Spezialfonds und Spezialanbieter sind abseits der großen Fondshäuser verkannte „Hidden Champions“. Research bringt sie ins Licht und schafft über den Zugang zum Fondsmanagement Transparenz. Spezialstrategien werden beleuchtet, analysiert und bewertet, sodass Anleger zielsicher auch in kleinere, wenig beworbene, aber umso ertragreichere Fonds investieren können. Ein Erfolgsbeispiel ist der Deutsche Mittelstandsanleihen-Fonds der KFM Deutsche Mittelstands AG. Er investiert seit Jahren erfolgreich in Anleihen. Auch 2018 schaffte er es wieder in die „GBC Best of Fondschampions“-Studie als einer der besten Spezialfonds.

Investoren sichern Entscheidungen über transparentes Research ab

Das Fazit: Öffentlich zugängliches Research ist ein wichtiger Baustein im Vorfeld einer Investition. Es erleichtert professionellen Investoren die Arbeit und verringert das Informationsdefizit der privaten Anleger. Gutes Research ist Experten-Kunst, die zielführende Prognosen über die Zukunft erarbeiten und bewerten. Research ist aber auch viel Handwerk. Viele Analystenstunden stecken in jeder guten Research-Analyse. Für Emittenten, egal ob Aktiengesellschaft, Anleihenausgeber oder Fondshaus, erhöht Research die Chance, in den Fokus von Investoren zu kommen und möglichst nachhaltig im Blickfeld zu bleiben. Wenn dies gelingt, hat sich eine echte Win-win-Situation für alle Seiten hergestellt. Dann bewahrheitet sich einmal mehr: „Transparenz ist der Anfang eines jeden erfolgreichen Investments.“

Nachhaltige Analysen

Neue Umwelt- und Sozialvorgaben betreffen alle Unternehmer. Das Analysehaus imug rating hat eine Nachhaltigkeits-Bewertung entwickelt, die Mittelständlern besser gerecht wird.

2019-10-30T10:43:47+02:00